Damit die Städte nicht veröden

Politiker und Einzelhändler über die Zukunft des Einzelhandels

WALSRODE › Nach einem Besuch des Designer Outlets Soltau führte der Arbeitskreis Wirtschaft der SPD-Landtagsfraktion auf Einladung von Sebastian Zinke (SPD-Landtagskandidat) Gespräche mit Vertretern des Walsroder Einzelhandels sowie des Stadtmarketings im Walsroder Restaurant Anders. Das Outlet hatte zuvor bei den Landespolitikern um Unterstützung für eine Verdopplung der Verkaufsflächen auf 20000 Quadratmeter geworben. Sebastian Zinke: „Es gibt für die Menschen nicht mehr unbedingt einen Grund, in die Innenstadt zum Einkaufen zu gehen. Das Einkaufsverhalten der Menschen ändert sich, Einkaufen hat für die Menschen heute vielfach Event-Charakter. Daher besuchen sie zum Beispiel Outlets, um sich mit Textilien zu versorgen“, so Zinke.

„Wir müssen Rahmenbedingungen finden, unter denen der Einzelhandel vor Ort weiter existieren kann und unsere Städte nicht gänzlich veröden. Ich freue mich daher, dass die Vertreter des Wirtschaftsausschusses des Landtags heute zu diesem Thema in den Heidekreis gekommen sind.“

Volker Behrend, Mitglied der Kaufmannschaft im Stadtmarketing: „Das Outlet ist nicht unser größtes Problem, es sind die strengen Vorgaben des Ladenöffnungszeitengesetzes an das wir gebunden sind.“ „Wir Kaufleute wünschen uns eine flexiblere Regelung bei den Öffnungszeiten, insbesondere an Sonntagen. Auch sollten die entsprechenden Regelungen rechtssicher sein. Es kann nicht sein, dass sich alle auf einen verkaufsoffenen Sonntag einstellen und dieser dann zwei Tage vorher durch Gerichtsbeschluss gekippt wird“, so Frank Middendorf vom Centermanagement der ILG-Gruppe.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Gerd Will: „Die Landesregierung hat ihren Gesetzesentwurf jetzt in den Landtag eingebracht. Das Verfahren läuft. Wir haben bei einer Neuregelung aber den Schutz des Sonntags durch das Grundgesetz zu beachten. Die Öffnung an Sonntagen muss dadurch an bestimmte Ereignisse gebunden sein. Ob das Gesetz noch in dieser Legislaturperiode zu Ende beraten werden kann, ist offen.“

Alle Beteiligten waren sich nach Abschluss der Veranstaltung einig, dass solche Gespräche für Politik und Wirtschaft wichtig sind.

Quelle: Walsrode Markt vom 07.06.2017

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