„Gemeinsamkeiten erhalten“

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries besucht den Industriepark

Brigitte Zypries, Lars Klingbeil und Sebastian Zinke besuchen den IPW
Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries mit Lars Klingbeil und Sebastian Zinke sowie den Geschäftsführern der IPW-Firmen und Betriebsräten.

BOMLITZ. Sie ist seit 20 Jahren in Regierungsämtern, bekleidete in drei Ministerien Staatssekretärsposten, zwei Ministerien leitete bzw. leitet sie selbst. Sie diente dem Ministerpräsidenten und Bundeskanzler Gerhard Schröder und gehört derzeit dem dritten Kabinett von Angela Merkel an. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries ist eine politische Allzweckwaffe: Enorm klug, durchsetzungsfähig und in der Lage, komplexe Apparate zu steuern – und sie unterstützt aufstrebende Politiktalente: Bei ihrem gestrigen Besuch im Heidekreis profitierten davon der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil und der Landtagskandidat Sebastian Zinke. Denn obwohl Brigitte Zypries an einer schmerzhaften Schulterverletzung leidet, ließ sie einen Termin, der schon vor Monaten vereinbart worden war, nicht platzen.

Gemeinsam mit den beiden SPD-Nachwuchspolitikern stattete sie dem Industriepark in Bomlitz einen Besuch ab. Sie wurde empfangen von den Geschäftsführern bzw. Werksleitern der im Park ansässigen Unternehmen Dow (Wolfgang Möller), Epurex (Thomas Klessmann und Frank Holtrop) sowie Wipak (Stephan Gutheil). An der Industrieparkbesichtigung und dem anschließenden Gespräch hinter verschlossenen Türen nahmen auch die Betriebsräte Andreas Wagenholz und Ralf Petersen teil. Über Einzelheiten des Gesprächs wurde Stillschweigen vereinbart. Brigitte Zypries erklärte, dass sie gespannt gewesen sei auf die einmalige Industriepark-Konstruktion mit Firmen der Chemie und des Kuntsstoffes. „Unterschiedliche Branchen, aber ein gemeinsamer Industriepark und sogar ein gemeinsamer Betriebsrat, das gibt es sonst nirgendwo.“ Dies wertete die Ministerin als Zeichen eines klugen Miteinanders, „es zeigt, dass man Aufgaben auch gemeinsam lösen kann“.

Erfreut zeigte sich Brigitte Zypries, dass „die Ausbildung wieder voran geht“. Damit spielte sie auf die Tatsache an, dass im Industriepark im vergangenen Jahr nicht ausgebildet wurde. „Es ist wichtig, sich seinen Nachwuchs selbst auszubilden und ihn in der Region für sich zu gewinnen.“ Niemand könne davon ausgehen, dass „junge Leute aus Hamburg oder Hannover hier her kommen.“ Die Ministerin sicherte Unterstützung bei künftigen Erweiterungen oder Investitionen zu. „Ich habe hier einen sehr guten Eindruck gewonnen“, ließ sie sich aber auch nicht über Probleme hinwegtäuschen: Dass Mitbestimmung dort ihre Grenzen hat, wo Unternehmen international agieren, nahm sie genauso zur Kenntnis wie die Tatsache, dass die Steuern auf Gewinne nicht mehr oder nur noch kaum vor Ort entrichtet werden. Zum Schluss riet sie den Unternehmen, bei der Neustrukturierung der Betriebsräte einen Weg zu finden, um Gemeinsamkeiten zu erhalten.

Quelle: Walsroder Zeitung v. 18.07.2017, von Rolf Hillmann

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