Arbeitsmarkt: Auswirkungen der Corona-Pandemie

Gespräch zwischen Klingbeil, Liebetruth, Zinke und den Vorsitzenden der Geschäftsführungen der Agenturen für Arbeit Stade und Celle über die Auswirkungen von Corona auf die Landkreise Rotenburg und Heidekreis.

Aufgrund der Corona-Pandemie finden derzeit viele politische Gesprächsrunden virtuell statt. Auch der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil sowie die Landtagsabgeordneten Dörte Liebetruth und Sebastian Zinke haben sich kürzlich mit den Vorsitzenden der Geschäftsführungen der Agenturen für Arbeit Stade und Celle in einer Video- und Telefonkonferenz über die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt in den Landkreisen Heidekreis und Rotenburg ausgetauscht.

Gerade am Anfang der Pandemie gab es bei den Arbeitsagenturen einen Sturm an Anfragen zum Kurzarbeitergeld. In der Folge zeigten viele Betriebe die Kurzarbeit an. Davon berichteten sowohl die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stade, Dagmar Froelich, die auch für den Landkreis Rotenburg zuständig ist, als auch der für den Heidekreis zuständige Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Celle, Sven Rodewald. Rodewald erwähnte bei dem Gespräch mit den drei SPD-Politikern auch die großen Probleme im touristischen Bereich im Heidekreis, da Hotels und touristische Attraktionen geschlossen hatten. Rund 800 Beschäftigte im Heidekreis waren laut Rodewald davon betroffen. Dies unterstreiche die große Bedeutung des Tourismus für den Landkreis Heidekreis und die enormen Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus auf die Region, so Klingbeil und Zinke. Insgesamt hatten im April mehr als 1000 Betriebe aus allen Branchen Kurzarbeit angezeigt. Mit den Lockerungen gebe es nun wieder einen Rückgang der Kurzarbeit hin zur Normalität, erläuterte Rodewald.

Laut Dagmar Froelich sind die Folgen im Landkreis Rotenburg noch nicht so spürbar wie in anderen Landkreisen, da hier ein solider Branchenmix aus den nicht so stark betroffenen Bereichen Gesundheit und Handwerk vertreten sei.  Die Arbeitslosigkeit durch Corona stieg vergleichsweise moderat, da die übliche Frühjahrsbelebung ausblieb. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vorjahr von 3,5 % (Mai 2019) auf aktuell 4,1 %.  Froelich betonte gegenüber Klingbeil und Liebetruth, dass die Hilfsmaßnahmen der Bundes- und Landesregierung deutlich spürbar waren und zu einer positiven Arbeitsmarktentwicklung beigetragen hätten.

Ausbildungsmarkt
Deutlich wurde, dass es bei den Ausbildungen leichte Unterschiede zwischen den beiden Landkreisen gibt. Während sich der Ausbildungsmarkt im Landkreis Rotenburg laut Froelich außer einem leichten Rückgang an Bewerberinnen und Bewerber nicht wesentlich verändert habe, gab es im Landkreis Heidekreis branchenübergreifend Veränderungen: Laut Rodewald werden zwar nach wie vor viele Ausbildungsplätze angeboten, aber es seien aufgrund von Corona insgesamt 8% weniger Plätze im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zahl sei verhältnismäßig aber gering und in der Regel würden Betriebe wie gewohnt mit den Ausbildungen starten. Froelich ergänzt: „Wir gehen davon aus, dass die Suche nach Auszubildenden in kleinen und mittleren Betrieben nach der Unsicherheit der letzten Wochen erst jetzt richtig beginnen wird.“

Ausbildungsplatzgarantie
„Wir geben derzeitigen und angehenden Azubis eine Ausbildungsplatzgarantie“, machte Klingbeil deutlich. Unternehmen, die ihr Ausbildungsplatzangebot in diesem Jahr im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht verringern, erhalten für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag eine einmalige Prämie in Höhe von 2.000 Euro, die nach Ende der Probezeit ausgezahlt wird. Kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Ausbildungen in der Krise fortsetzen und Ausbilder und Azubis nicht in Kurzarbeit schicken, können auch eine Förderung erhalten. Unternehmen, die das Ausbildungsplatzangebot sogar erhöhen, erhalten für die zusätzlichen Ausbildungsverträge 3.000 Euro. Darauf einigten sich SPD, CDU und CSU im Rahmen der Verhandlungen zum Konjunkturprogramm. Die Details dazu werden nun erarbeitet.

Weiterhin enger Austausch
Mit Blick auf den Digitalisierungsschub und die Homeoffice-Möglichkeiten während der Corona-Pandemie sprach sich die Runde dafür aus, diese guten Errungenschaften auch weiterhin beizubehalten. Froelich und Rodewald boten ihren Gesprächspartnern an, bei Fragen ansprechbar zu sein und unterstrichen, dass ein enger Draht zur Politik – gerade in Krisenzeiten – wichtig sei. Klingbeil, Liebetruth und Zinke bedankten sich ausdrücklich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Agenturen und betonten, den engen Austausch beibehalten zu wollen.

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